Made in Germany aus den Anden

Deutsches Unternehmen produziert in La Paz Kfz-Kennzeichen für Bolivien

  • TÖNNJES erhält weiteren Auftrag für Produktion von bolivianischen Nummernschildern
  • Unternehmen setzt auf Joint-Venture-Strategie im Ausland
  • Internationale Investitionen trotz Corona Pandemie

Delmenhorst/La Paz, November 2020. Fast 4.000 Meter über dem Meeresspiegel, inmitten der Anden, liegt La Paz. Die 757.000 Einwohner große Stadt ist der Regierungssitz von Bolivien. Dort, in einer lokal ansässigen Fabrik, entstehen alle Kfz-Kennzeichen für den südamerikanischen Binnenstaat – und zwar mit Unterstützung aus Deutschland. Bereits 2007 gründete TÖNNJES, Spezialist für Fahrzeugerkennung, vor Ort ein Joint Venture, um Nummernschilder für Bolivien herzustellen. Jetzt hat das Unternehmen den Zuschlag für einen weiteren Auftrag erhalten: Bis Mai 2022 produziert und personalisiert die lokale Niederlassung – trotz der Corona Pandemie – sämtliche Kfz-Kennzeichen für das Land.

Anstatt die fertigen Nummernschilder nach Südamerika zu exportieren, setzt TÖNNJES auf eine Niederlassung in La Paz. Diesen Weg ist der Marktführer bereits mehrmals gegangen. An rund 50 Standorten auf der Welt ist das Unternehmen mit lokalen Joint Ventures beteiligt. Eine Win-Win-Situation, die gerade zur Zeit des Coronavirus deutlich wird. „Zwar haben wir mit verschiedenen Lockdowns zu kämpfen, doch die einzelnen Produktionen können größtenteils autark arbeiten. Wir haben gut geschulte Mitarbeiter und Gesellschafter vor Ort, die Verantwortung übernehmen“, erklärt Olaf Renz, Geschäftsführer von TÖNNJES. Zudem versuche der Betrieb, Transportwege so kurz wie möglich zu halten. „Die Rohlinge, die wir in La Paz zu Kfz-Kennzeichen verarbeiten, kommen zum Beispiel aus unserem Werk in Panama.

Zehn Mitarbeiter sind in der Produktion in den Anden beschäftigt, um die Nummernschilder für das gesamte Land herzustellen. Dabei kommen Wasserzeichen und eine reflektierende Folie zum Einsatz. Heute werden die Kennzeichen in La Paz per Heißprägung mit Farbe versehen. „Das war nicht immer so“, erinnert sich Renz an die Anfänge in Bolivien. „Als wir 2007 hier gestartet sind, mussten wir um eine Sondergenehmigung für die Verdünnung der Farbe kämpfen, da diese in Südamerika oft zur Herstellung von Kokain verwendet und somit der Einsatz streng kontrolliert wird“, erzählt der Geschäftsführer. Heute sei das Verfahren deutlich weniger kompliziert und umweltfreundlicher.

Seit mehreren Jahrzehnten produziert und vertreibt das norddeutsche Unternehmen seine Technik und sein Know-how im Ausland. Unabhängig von der Entwicklung eines Landes oder
dem bestehenden Zulassungsverfahren, knüpft TÖNNJES an den jeweiligen Status Quo an und unterstützt als Systemanbieter von der Software über die Verwaltung bis hin zur
Produktionstechnologie auf allen Ebenen der Fahrzeugidentifikation. Zudem hat TÖNNJES sich auf die elektronische Fahrzeugerkennung spezialisiert und mit dem IDePLATE System innovative Hard- und Software entwickelt, die auf RAIN RFID basiert und die kontaktlose und eindeutige Identifikation von Fahrzeugen ermöglicht. Diese dient der Kriminalprävention und ebnet den Weg für eine Reihe von Smart Mobility Anwendungen.