Nummernschilder für die Welt: Norddeutscher Mittelständler wird internationaler Marktführer

Nummernschilder für die Welt: Norddeutscher Mittelständler wird internationaler Marktführer

TÖNNJES kauft Mehrheit an Utsch Tönnjes International – Wettbewerber Utsch scheidet aus

Delmenhorst, Dezember 2018. Fahrzeugen rund um den Globus eine Identität geben, ein System zwischen Behörden und Autofahrern schaffen und das Ganze so sicher und modern wie möglich gestalten – das hat sich das Delmenhorster Unternehmen TÖNNJES zur Aufgabe gemacht. Mit der jüngsten Übernahme gelingt dem Konzern nun der Schritt zum Weltmarktführer: Am 20. Dezember hat TÖNNJES den Anteil der Utsch AG und damit die Mehrheit an der Utsch Tönnjes International GmbH übernommen. Damit scheidet der Wettbewerber endgültig aus der Gesellschaft aus. Während TÖNNJES in den letzten Jahren als Technologielieferant agiert hat, wird das Unternehmen jetzt zum Systemanbieter, der von der Kennzeichenproduktion bis zur Schaffung eines zentralen Zulassungsregisters, alle Bereiche der Fahrzeugregistrierung und              -identifikation aus einer Hand bietet. Bis heute hat der neue Konzern bereits an 50 Standorten im Ausland Beteiligungen gegründet und beschäftigt mit seinen Partnern rund 2.000 Mitarbeiter weltweit.

Lokale Beteiligungen im Ausland

Anstatt nur ins Ausland zu exportieren, setzt TÖNNJES auf das nachhaltige Geschäftsmodell der lokalen Beteiligungen. „Wir sind nach wie vor ein Familienunternehmen und verfolgen das Ziel, langfristig mit unseren Partnern vor Ort zu arbeiten“, sagt Geschäftsführer Dietmar Mönning. „Für den jeweiligen Staat sind wir damit ein verlässlicher Lieferant und Produzent. Ob in den USA, Kanada, Brasilien oder Südafrika – überall übernehmen wir Verantwortung direkt im Land. Wir lernen die Staaten und ihre Bedürfnisse besser kennen und können die benötigten Systeme den dortigen Anforderungen anpassen.“ Zudem unterstütze der Konzern so die lokale Wirtschaft, da Arbeitsplätze entstehen. Und durch die deutlich kürzeren Transportwege, trägt es seinen Teil zum Umweltschutz bei. Die philippinischen Behörden haben TÖNNJES zum Beispiel Anfang des Jahres mit der Produktion von rund 5,5 Millionen Kennzeichen und RFID-Aufklebern für den Inselstaat beauftragt. Dazu hat der Konzern eine Kooperation in Manila gegründet, wo seitdem Nummernschilder und elektronische RFID-Labels für Autos, Motorräder und Roller hergestellt und personalisiert werden.

TÖNNJES setzt internationale Strategie als Systemanbieter fort

„Unsere Partner, die Behörden und Regierungen profitieren von der Übernahme“, so Mönning. „Wir sind noch zuverlässiger und stärker, weil die Strukturen jetzt homogener sind, wir schneller entscheiden und effizienter handeln können.“ Auch die Geschäftsführung und das Management der Utsch Tönnjes International, die künftig nur noch unter dem Namen TÖNNJES INTERNATIONAL GmbH auftritt, bleiben bestehen.

Der Konzern setzt seine erfolgreiche Strategie fort: „Wir wollen die Identifikation von Fahrzeugen so modern und sicher wie möglich gestalten – mit internationaler Erfahrung, aber lokaler Präsenz“, erklärt Mönning. Dazu forscht und entwickelt TÖNNJES selbst an Technologien unter dem Aspekt Industrie 4.0. Bei der italienischen Münze entsteht zurzeit die erste vollautomatische Kennzeichenproduktion der Welt; in Dubai kommt ein System intelligenter Pressen (IDePRESS) zum Einsatz, welches verhindert, dass Autoschilder eine falsche Nummer erhalten. Die Automatisierung und das Einbinden von Präge-Robotern (IDeROBOT) sorge für ein Höchstmaß an Sicherheit. „Unsere Maschinen lassen sich nicht manipulieren, jeder Produktionsschritt kann nachverfolgt werden. Selbst dann, wenn das Kennzeichen schon auf der Straße unterwegs ist“, erklärt Mönning.

Zukunftstechnologie made in Germany: Digitale Kennzeichen zur Fahrzeugerkennung

Um das Nummernschild endgültig fälschungssicher zu machen, hat TÖNNJES es digitalisiert: Das sogenannte IDePLATE ist ein Kennzeichen mit integriertem RFID-Chip (Ucode DNA), auf dem lediglich eine einmalige, verschlüsselte Identifikationsnummer gespeichert ist, die von autorisierten Lesegeräten entziffert und mit der staatlichen Datenbank abgeglichen werden kann – Stichwort Electronic Vehicle Identification (EVI). „Diese Erfindung ist einmalig auf der Welt“, sagt Dietmar Mönning. „Es wird die Erkennung von Fahrzeugen revolutionieren“. Ergänzt durch einen RFID-Windschutzscheibenaufkleber, dem IDeSTIX, verhindert das System die Manipulation von Autoschildern, die Fälschung von Plaketten und den Missbrauch gestohlener Kennzeichen. In vielen Ländern sind IDePLATE und IDeSTIX bereits an den Fahrzeugen.

Für die Entwicklung kooperiert TÖNNJES mit zwei Unternehmen, die ebenfalls Weltmarktführer in ihren Märkten sind. NXP Semiconductors ist ein Halbleiterhersteller, der den Ucode DNA Chip, also den RFID-Chip im IDePLATE, konzipiert hat. Kathrein ist ein Hersteller für Satellitentechnik und Antennen und hat die Lesegeräte für die elektronische Fahrzeugidentifikation entwickelt.

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