Entlastung für Polizei und Bürger durch automatische Fahrzeugerkennung IDePLATE-System

Entlastung für Polizei und Bürger durch automatische Fahrzeugerkennung

IDePLATE-System könnte Schadstoff-Emission in Städten mindern

Delmenhorst, März 2018. Wegen hoher Schadstoffwerte in der Luft könnten Dieselautos aus einer Reihe von Städten verbannt werden. So lautet die Entscheidung, die kürzlich das

Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über ein Fahrverbot getroffen hat. Unklar ist allerdings, wie entsprechende behördliche Anordnungen umgesetzt werden sollen. Nach Meinung des

Vizechefs der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Arnold Plickert, kann die Polizei diese Aufgabe nicht übernehmen, selbst wenn eine neue blaue Plakette eingeführt würde. Dabei gibt es bereits

eine in Deutschland entwickelte Lösung für das Problem. Das IDePLATE-System vom Delmenhorster Unternehmen Tönnjes E.A.S.T. ist in der Lage, Fahrzeuge eindeutig automatisch

per RFID-Technologie zu identifizieren. Dies funktioniert entweder über das Kfz-Kennzeichen IDePLATE oder den Windschutzscheiben-Aufkleber IDeSTIX, die jeweils einen UHF-Chip

enthalten. Ohne großen personellen Aufwand könnten beide Komponenten Fahrverbote effektiv umsetzen. Stationäre oder mobile Lesegräte würden Autos im Vorbeifahren erkennen und auf

ihre Zufahrtsberechtigung überprüfen. „Auch den Bürgern, um deren Gesundheit es ja letztlich geht, ist durch immer neue Regularien zu Grenzwerten bei CO2 oder Stickoxiden nicht gedient.

Zumindest dann nicht, wenn es bei der Kontrolle und Umsetzung hapert“, schätzt Dietmar Mönning, Geschäftsführer von Tönnjes E.A.S.T., die Situation ein.

An dem federführend von Tönnjes E.A.S.T. entwickelten IDePLATE-System sind auch die Experten für Verschlüsselungstechnologie NXP Semiconductors und die Spezialisten für

Kommunikationstechnik Kathrein beteiligt. Wichtigster Baustein ist ein im IDePLATE und IDeSTIX integrierter UcodeDNA Chip. Er enthält eine einmalige, kryptografische Identifikationsnummer,

die ausschließlich von autorisierten Lesegräten erfasst und über eine gesicherte Verbindung mit der staatlichen Fahrzeughalterbank abgeglichen werden kann. Dies funktioniert im stehenden

und fließenden Verkehr. Das modulare Sicherheitssystem könnte nicht nur überprüfen, ob Autos zur Zufahrt in eine bestimmte Zone berechtigt sind, sondern eignet sich für eine Reihe von

Anwendungen wie Mautsysteme, Grenzkontrollen, Geschwindigkeitsmessungen oder zur Fahndung bei Gefahrenlagen. Länder wie die Türkei, Honduras, Peru oder die Philippinen haben

die Technologie von Tönnjes E.A.S.T. bereits auf nationaler Ebene eingeführt. Insgesamt kommen die Produkte des Unternehmens zur Fahrzeugregistrierung und -identifikation in rund 120

Ländern auf der ganzen Welt zum Einsatz. Dass die Technologie auch deutsche Behörden entlasten könnte, meint die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen. Die Innovation

des Delmenhorster Unternehmens und seiner Partner könnte ein wichtiger Schritt sein, um Städte effizienter, umweltfreundlicher und somit Richtung „Smart Cities“ zu gestalten, erklärt

sie.