Brasilien verbessert Kfz-Kennzeichen-System für mehr Sicherheit

Deutsches Unternehmen TÖNNJES unterstützt Behörden mit Software und Technik

Delmenhorst/Brasilien März 2019. Das international tätige Unternehmen TÖNNJES aus Delmenhorst führt im Rahmen eines gemeinsamen Projektes seines lokalen Joint Ventures mit den zuständigen brasilianischen Behörden ein neues Kfz-Kennzeichen-System im Land am Zuckerhut ein. Die Umstellung betrifft sowohl die Produktion als auch die Verwaltung brasilianischer Kfz-Kennzeichen. Das neue System etabliert vor allem den Grundsatz „Track & Trace“, also das Prinzip der lückenlosen Nachverfolgung. Darum werden künftig alle Arbeitsschritte von der Herstellung bis zur Montage dokumentiert, um Missbrauch und Manipulation zu verhindern. Als Grundlage dient eine zentrale Datenbank, die alle Kennzeichen inklusive einer einmaligen Identifikationsnummer verwaltet. Diese wird mithilfe von kryptografischen Codes in die Kennzeichen-Folie gelasert. Vorreiter ist der Bundesstaat Rio de Janeiro, der bereits im September 2018 mit der Umstellung begonnen hat. Die weiteren 26 Bundesstaaten des größten südamerikanischen Landes folgen im Laufe der nächsten eineinhalb Jahre.
Brasilien hat mit über 60 Millionen registrierten Fahrzeugen einen der größten Fahrzeugmärkte weltweit. Pro Jahr werden circa zweieinhalb Millionen Neufahrzeuge zugelassen. Allerdings gibt es einige bisher nicht gelöste Problemstellungen: „Experten schätzen, dass zwischen zehn und 20 Prozent der Fahrzeuge auf Brasiliens Straßen nicht registriert sind oder gefälschte Kennzeichen haben“, sagt Olaf Renz, Managing Director bei TÖNNJES. „Daher ist bei Verbrechen wie Fahrerflucht oder Überfällen eine Identifikation der Täter über das Kennzeichen nur schwer möglich. Die neue Technik erschwert das sogenannte „Klonen“ von Kennzeichen zur Begehung von Straftaten“, führt Renz weiter aus. Neben dem Sicherheitsaspekt bringe das System auch finanzielle Vorteile, da ein Zuwachs angemeldeter Fahrzeuge für den Staat zusätzliche Millioneneinnahmen an Kfz-Steuern bedeute. Zudem zahle die Umstellung laut Renz auf mehr Gerechtigkeit und Effizienz bei der Anwendung von Maut-Systemen und bei Grenzkontrollen ein.
Das neue Kennzeichen-System wurde von TÖNNJES speziell für die Ansprüche der brasilianischen Behörden entwickelt. Neben Technik und Software liefern die Spezialisten aus Deutschland auch Rohmaterialien – die Produktion erfolgt allerdings in Brasilien. „Wir wissen, dass unser Know-how auch für andere Staaten Lateinamerikas interessant ist“, erklärt Renz. Sein Unternehmen ist dort in fast allen Ländern bereits seit vielen Jahren aktiv, alleine auf dem Halbkontinent betreibt TÖNNJES neun Joint Venture-Firmen. Ein besonderer Fokus liegt auf den aktiven Mitgliedsstaaten der Mercosur-Freihandelszone. Gerade beim Thema Bekämpfung grenzübergreifender Kriminalität zwischen Brasilien, Paraguay, Argentinien und Uruguay könne durch gemeinsame Standards für Kfz-Kennzeichen-Systeme viel erreicht werden.

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